Häusler Contemporary

Gary Kuehn im Kunstmuseum Liechtenstein

Gary Kuehn im Kunstmuseum Liechtenstein

Gary Kuehn
»Between Sex and Geometry«
Kunstmuseum Liechtenstein
kuratiert von Christiane Meyer-Stoll
Eröffnung: Donnerstag, 18. September 2014
Ausstellung bis 18. Januar 2015

Das Kunstmuseum Liechtenstein widmet Gary Kuehn (geb. 1939 in Plainfield, New Jersey, lebt und arbeitet in New York), der zu den herausragenden Bildhauern des Post-Minimal der späten 1960er-Jahre zählt, die erste umfassende Retrospektive.

1966, das Jahr, in dem er erstmals die Werkgruppe der »Melt Pieces« in der legendären Bianchini Galerie in New York ausstellt, notiert er in seinem Skizzenbuch: »Butter in der Sonne. Was könnte fataler sein?« Im Kern beinhaltet dieser Satz ein Grundprinzip Kuehns: die Prozessualität. Kuehn rebellierte mit seinem Frühwerk gegen die Autorität der strengen, rigiden Form der dominierenden Minimal Art. Die idealen Quader scheinen wie Eiswürfel oder Butter ins Schmelzen zu geraten. Physikalische Prozesse, oftmals verbunden mit äusserer Krafteinwirkung, transformieren intakte geometrische Formen, wobei Kuehn mit unterschiedlichen Materialien (Teer, Fiberglas, Latex, Metall, Holz) und einer unglaublichen Breite an Gestaltungs-möglichkeiten experimentiert. Verformungen und Veränderungen werden, bei unangetastet bleibender Grundform, sichtbar und bewirken ein narratives, metaphorisches Moment. Es ist die Spannung der Gegensätze Stärke und Schwäche, Starrheit und Flexibilität, Härte und Weichheit, fester und fliessender Zustand, die das Werk durchdringen und die eines der Grundthemen menschlicher Existenz aufwerfen: die Frage von Begrenzung und Freiheit. Im Jahr 2000 notiert Gary Kuehn, dass sein Werk, »irgendwo zwischen Sex und Geometrie« liegt.

 

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