Experimentierfreudigkeit, Bewegung und ein spielerischer Umgang mit den Naturkräften - Roman Signer definiert seit über sechs Jahrzehnten die Grenzen von Skulptur, Aktion und Zeit neu. Als einer der bedeutendsten Positionen der Gegenwartskunst versetzt der 1938 in Appenzell geborene Schweizer Künstler alltägliche Gegenstände in überraschende, dynamische Kunstwerke: Fliegende Hocker, Rauch entladende Stiefel oder im Wasser gleitende Ski mit Schwimmflügel entfalten ein ebenso poetisches wie subversives Potenzial. Aus dem Moment der Transformation, einem Zusammenspiel von Objekt, Naturkraft und physikalischen Prozess, entsteht die sogenannte «Zeitskulptur». Hiermit bezeichnet Signer jene flüchtigen Augenblicke, in denen sich im Ereignis eine skulpturale Form ergibt: «Ich habe vielleicht einen anderen Skulpturbegriff. Der hat sich allmählich durch meine Aktionen entwickelt. Ich habe mich dabei immer als Bildhauer verstanden. Es geht immer um Probleme im Raum, das Geschehen im Raum, Zeitabläufe» (1).
Roman Signers Werk wurde im Rahmen zahlreicher renommierter Ausstellungen gewürdigt, darunter die Skulptur Projekte Münster (1987, 1997) und der documenta 8 in Kassel (Schlussaktion, 1987). Bei der Biennale di Venezia vertrat Signer 1999 den Schweizer Pavillon und präsentierte mit einer poetisch-experimentellen Installation die Verbindung von Zeit, Bewegung und Transformation. 2025 widmete ihm das Kunsthaus Zürich die grosse Einzelausstellung «Roman Signer: Landschaft».
(1) zit. n. Roman Signer, in: Lutz Tittel, Gespräch mit Roman Signer im Mai/Juni 1984, in: Treffpunkt Bodensee: Drei Länder - drei Künstler, Kat. Städt. Bodensee-Museum Friedrichshafen, 1984, S. 83.







































