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Hubert Kiecol
Hubert Kiecol
Haus Mödrath

Eröffnung:
Sonntag, 25. Oktober 2026 
Ausstellung:
bis 11. April 2027

BEHRANG KARIMI ∙ HUBERT KIECOL ∙ URSULA SCHULZ-DORNBURG
(KURATIERT VON MARTIN GERMANN)

Haus Mödrath freut sich ein neues Format ankündigen zu können, in dem je eine Etage durch eine Einzelausstellung bespielt wird. Die erste Ausgabe der dialogisch angelegten Präsentationen ist drei im Rheinland ansässigen künstlerischen Positionen gewidmet, Ursula Schulz-Dornburg (*1938), Hubert Kiecol (*1950) und Behrang Karimi (*1980), deren Werke in eine Auseinandersetzung mit der Örtlichkeit und dessen Umgebung gehen.


Über die drei Medien, Generationen und Zugänge hinweg liegt eine übergreifende Frage zugrunde: Wie entsteht eine Form, die älter wirkt als ihre Entstehung? Schon der Ort antwortet auf diese Frage mit seiner eigenen Historie. Das klassizistische, ab ca. 1830 gebaute Herrenhaus, hat in seiner turbulenten Geschichte mehrfach die Identität gewechselt, so etwa durch die Nutzung als nationalsozialistische Ausbildungsstätte während des Zweiten Weltkrieges, danach aber auch als Kinderheim. Heute steht es in einer Landschaft ohne Dorf, wurde der Ort Mödrath ab 1956 durch den unterdessen wieder aufgegebenen Braunkohletagebau Frechen umgesiedelt. Das einzig verbliebene Haus hat seinen Ort verloren und ist selbst zur Urform geworden, auf deren konkrete wie metaphorische Erscheinung sich die Künstler/innen beziehen.

Hubert Kiecol nimmt das Haus mitsamt dessen räumlicher Bedingungen von Licht, Fülle, Leere und Materialität als Ausgangspunkt für eine präzise Auswahl aus seinem bisherigen bildhauerischen Werk. Ab den 1970er Jahren destilliert er Momente des Archaischen in Resonanz mit der uns umgebenden Architektur und ihrer Grundformen: Häuser, Treppen, Fenster, Passagen, angedeutetes Mobiliar – Zeichen von Behausung und „in der Welt sein“ entleeren sich in ihrer reduzierten Übersetzung in Objekte aus Beton, Stahl und Farbe jeder Funktion und verdichten sich in einer emotional unterlegten, materiellen Präsenz. Diese spiegelt Kiecol mit teils unveröffentlichten Werken auf Papier ebenso wie die Landschaft, in die das Haus selbst eingebettet ist.

Während des Zweiten Weltkriegs geboren, erlebte Ursula Schulz-Dornburg die Zerstörungen des Krieges und die Nachkriegsjahre. Verlust und die Spuren der Geschichte spielen in ihrem Werk eine ebenso wichtige Rolle wie der menschliche Wunsch nach Behausung und Schutz. In ihrer ersten Serie von 1969 beobachtet sie Kinder auf einem Abenteuerspielplatz in Amsterdam beim Bau ihrer Hütten. Später reist sie immer wieder nach Osten: zu Zweckbauten am Bosporus, den Ruinen von Palmyra und verlassenen sowjetischen Testarchitekturen für Atombombenabwürfe in Kasachstan. Mit nüchterner wie elegischer Bildsprache setzt sie Orte und Zeiten miteinander in Beziehung und macht, weit über die Grenzen der Fotografie hinausgehend, das „Vertikale in der Zeit“ sichtbar. Der Bogen der Ausstellung endet bei den Höhlen an der heutigen georgisch-aserbaidschanischen Grenze, deren erste Kammern frühchristliche Mönche im 6. Jahrhundert in die Felslandschaft schlugen.

Behrang Karimi entwickelt für das Dachgeschoss von Haus Mödrath, den dem Himmel nächsten Raum des Hauses, eine intime Installation aus eigenen Gemälden, vorgefundenem Material, Elementen der Architektur und Klang. In seinen Malereien erscheinen Durchgänge, Fenster und Figuren, die in der Schwebe verharren und in der Zeit zu versinken scheinen. Ein persönlicher Faden führt zum Schiras-Festival, das Karimis Vater mehrfach besuchte und bei dem 1972 auch der in Haus Mödrath geborene Karlheinz Stockhausen auftrat. Was in Persepolis möglich schien – ein kosmopolitischer Austausch zwischen Künstlern unterschiedlicher Herkunft und Disziplinen –, kehrt hier als Erinnerung zurück und öffnet zugleich als zukünftige Möglichkeit den Raum.

(Text Website: Haus Mödrath, 2026)

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Entdecken Sie hier die verfügbaren Werke von Hubert Kiecol bei Häusler Contemporary.

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    T +41 43 810 04 26, zuerich@haeusler-contemporary.com